Warum deterministisch
Micah Zinnerman, Geschäftsführer, Nordstern Automation. Zuerst auf LinkedIn veröffentlicht.
Vor kurzem hatte ich ein Gespräch mit einem Softwareentwickler. Keine Automatisierung, nichts Industrielles. Web- und App-Entwicklung. Wir kamen auf KI zu sprechen, und ganz unaufgefordert sagte er: „Irgendwann braucht man trotzdem deterministische Systeme.“
Und da war es, dieses Wort deterministisch, das mir seit einer Weile nicht mehr aus dem Kopf geht.
Ich denke jedes Mal daran, wenn ich die nächste Roboter-Demo sehe. Ein Cobot, der Kaffee kocht. Ein Humanoid, der farbige Klötze in Kisten sortiert. Ein Arm, der Objekte greift und sie behutsam in eine Box legt. Starke Demos. Wirklich beeindruckende Perception und Planung.
Aber wo ist die Sicherheitsebene? Wo ist der zweite Roboter? Der dritte? Der achte? Wo ist die Verriegelung, die garantiert, dass zwei Arme niemals gleichzeitig in dieselbe Zone fahren? Wo ist die SPS, die die Handshake-Sequenz erzwingt? Wo ist das Fallback, wenn ein Signal nicht im erwarteten Zyklus ankommt?
In der realen Fertigung arbeiten Roboter nicht allein. Sie arbeiten in Zellen. Enge Räume, geteilte Zonen, Koordination im Sekundenbruchteil. Und diese Koordinationsebene muss deterministisch sein. Getestet, Pfad für Pfad, Zone für Zone, Signal für Signal. Denn wenn sie versagt, ist die Folge keine umgekippte Kaffeetasse. Es ist ein Crash, der die Produktion stilllegt.
KI macht Roboter klüger darin, was als Nächstes zu tun ist. Das ist real. Aber die Ebene, die dafür sorgt, dass sie es sicher, zuverlässig und wiederholbar tun? Die wird nach wie vor konstruiert. Von Menschen.
Überspringen Sie diese Ebene nicht. Und übergehen Sie nicht die Ingenieure, die sie bauen.
Warum das jetzt zählt
Die ersten Deployments von Humanoiden und autonomen Zellen werden gerade jetzt für deutsche Fabriken geplant. Liest man die Ankündigungen genau, geht es in der ersten Phase nie um klügere Modelle. Es geht um Systemarchitektur, Sicherheit, IT- und Security-Anforderungen und standardisierte Rollout-Prozesse. Steuerungs- und Integrationsarbeit.
Eine autonome Erfolgsquote von 95 Prozent klingt beeindruckend, und das ist sie auch. Aber eine Produktionslinie läuft nicht mit 95 Prozent. Die Lücke zwischen einer Demo, die meistens funktioniert, und einer Linie, die immer läuft, wird konstruiert: Fallback-Strategien, Verriegelungen, SPS-Handshakes, Fehlerbehandlung. In dieser Lücke arbeiten wir.
Genau diese Ebene entwickelt Nordstern Automation: Sicherheitsarchitektur, Steuerungsintegration und Inbetriebnahme für KI-gesteuerte Robotersysteme auf realen Produktionslinien.